Broad(?)cast, DAB

DAB+ in Wien – zu ebener Erde und im ersten Stock…

Jetzt ist es also da: DAB+ in Wien. Und freundlicherweise hat mir das Deutschlandradio bei meinem Besuch vergangene Woche in Köln einen USB DAB+ Stick von Noxon geschenkt.

Laptop auf den Beifahrersitz, DAB+ Antenne aus dem Fenster rausgehängt, das neue ARBÖ Verkehrsradio aufgedreht (de facto eine Oldie Station), und losgefahren. Vom 10. Bezirk über den 23. auf die Allander Autobahn, das erste Tal hinter Gießhübl ging noch, dann war´s vorbei. Und zwar abrupt, ohne Blubbern oder andere Artefakte. Im Wiener Stadtgebiet klappt der Empfang im Auto gut. Auch der Klang ist sehr ok, etwa bei Welle 1 Digital mit 72kBit/s.

Schwieriger ist da schon der Indoor-Empfang. In meinem Büro im Erdgeschoss in Wien Favoriten kommt es immer wieder zu Aussetzern. An der Nordseite des Gebäudes klappt es einigermaßen, im Inneren oder gar an der Südseite, direkt am Fenster – Fehlanzeige. Zu Hause im Dachgeschoss in der Brigittenau klappt der Empfang sogar ohne eingesteckte Antenne; auch im ersten Stock in der Arbeit ist der Empfang etwas besser.

Subjektiv ist die Indoor Versorgung deutlich schlechter als bei UKW. UKW fällt auf Mono zurück, oder rauscht leicht, DAB+ ist halt entweder gut zu hören, oder gar nicht.

Basics

So schnell kann´s gehen….

Adaptionsprozesse sind etwas tückisches. Zuerst nimmt man die neuen Sachen nicht so richtig ernst, und dann, schwupp, sind sie so richtig präsent. Radio war schon immer Veränderungen unterworfen; eine besonders dramatische war die Einführung des Fernsehens – mit massiven Auswirkungen auf das Radio in kurzer Zeit:

Im Februar/März 1949 hatte – in der damaligen Radio Primetime 18-23 Uhr – Radio 80% Marktanteil und TV 20%. Ein Jahr später war das Verhältnis 50:50.

Damals gab es 4 große Radionetworks in den USA: ABC, CBS, NBC – die drei haben bekanntlich auch den Sprung ins Fernsehen gemacht – der vierte nicht: Mutual Broadcasting….schon mal davon gehört? Verschwand dann in den laufenden Jahren.

Wenn man sich diese Charts ansieht drängt sich ein Gedanke auf: Man sollte auch auf der rechten Seite investiert sein. Und das ist heute: Streaming.