Broad(?)cast, Streaming

Spotify hinter Radio – so schneidet Spotify in den eigenen Studien ab

Ist Streaming denn überhaupt Radio? Was wurde und wird über die Frage gestritten. Wenn Hörer sagen, es ist Radio, und Werbekunden sagen, es ist Radio, dann ist es eben Radio – egal ob die etablierten UKW/DAB oder sonstigen Sender das anderes sehen wollen.

Spotify arbeitet genau darauf hin, von Werbekunden als Radiosender wahrgenommen zu werden. Da Spotify in keinem Land durch die etablierten Radioreichweitenmessungen erhoben wird – etwa Rajar (Tagebuch) in Großbritannien, Mediaanalyse (CATI) in Deutschland oder TNS-Gallup (elektronisch, personal people meter, ppm)  in Dänemark – haben sie jetzt gemeinsam mit TNS ihre eigene Studie auf den Markt gebracht.

Die Studie darf getrost als Frontalangriff auf die Budgets der UKW Sender gesehen werden – denn Spotify ist darauf aus, den Werbetreibenden zu beweisen, dass die Nettoreichweite einer Kampagne erhöht werden kann, wenn ein Teil des Budgets von einem Radiosender auf Spotify umgeschichtet wird.

Beispiel: Kunde bucht um 50.000 Euro Station X, erreicht 100.000 unterschiedliche Hörer in einer Woche (=Nettoreichweite pro Woche), wenn er aber nur 40.000 Euro in Station X investiert, und 10.000 Euro in Spotify, erreicht er 125.000 unterschiedliche Hörer – mit dem gleichen Geld. Spotify ist also nicht darauf aus, neue Kunden für Audiowerbung zu begeistern, sondern bedient sich lieber bei den Kunden, denen die Vorteile von Audiowerbung bereits geläufig sind, weil sie ja Radio bereits buchen. Verständlich aus Spotify-Sicht – zumal die bisherige Philosophie, Free-Kunden auf Premium upzusellen, noch nicht in die schwarzen Zahlen geführt hat. Bislang tragen die 25% der Kunden, die für Spotify zahlen, 91% zum Umsatz bei  (schreibt der Guardian)- die restlichen 75%, die sich im Free Modell durch Werbung rechnen wollen, nur 9%. Jetzt orientiert man sich strategisch mehr an Pandora, wo Werbeumsätze deutlich vor Abo-Erlösen liegen. (siehe Pandora Geschäftsbericht 2014)

Obwohl die Download-Version der Studie eine reine Pro-Spotify Verkaufsunterlage ist, kann man ein paar interessante Details über die Reichweite von Spotify herauslesen bzw. herausrechnen:

spotifyfrance

Spotify liegt bei der Wochenreichweite hinter den UKW Platzhirschen, aber Frankreich ist für Spotify auch ein besonders undankbarer Markt, weil dort Deezer sehr stark ist.

Im Gegensatz dazu ist Schweden für Spotify ein Heimspiel; seit 2008 ist Spotify dort auf dem Markt. Aber auch in Schweden ist Spotify bei der Wochenreichweite nicht vor den UKW Sendern – nach von Spotify veröffentlichten Zahlen.

spotifysweden

Feines Detail: In Schweden misst Spotify in der Zielgruppe 16-64, in Frankreich war es 20-49. Ein anderes Bild zeichnet sich in Großbritannien ab – hier liegt Spotify Kopf an Kopf mit (aber doch hinter zwei) kommerziellen Stationen (BBC Radio 1 wurde in der Studie offenbar nicht erhoben bzw. nicht ausgewiesen, weil werbefrei)

spotifyuk

Die Stärke von Streamingdiensten in Großbritannien, die ja schon im Ofcom Communications Market Report 2014 zum Ausdruck kam, bestätigt sich auch in der Spotify-Studie.

Und in Deutschland? Hier hat das führende Branchenportal radioszene.de schon im Juli Spotify Daten veröffentlicht – und zwar für Hamburg:Und auch aus diesen lassen sich wieder die Wochenreichweiten – hier misst man in der Zielgruppe 15-64 – berechnen:

hamburg

Noch ein Hinweis zur Berechnung: Die dargestellten Reichweiten sind immer die Summe aus nur Radiosender/nur Spotify gehört und den sowohl Spotify als auch Radiosender-Hörern. Durch die Addition der beiden Zahlen kann der Rundungsfehler – zusätzlich zu den empirischen Schwankungen der Studie – nochmals +/- 1 Prozentpunkt betragen.

Broad(?)cast, DAB

Digitalisierungsbericht: DAB in Deutschland wächst, aber langsamer

Mit Spannung wurde er erwartet – jetzt ist er da: Jeder erwartet sich vom Digitalisierungsbericht die Antwort auf die Frage: „Setzt sich nun DAB in Deutschland durch, oder nicht?“

Und wie praktisch jedes Jahr gibt es jede Menge Aussendungen von DAB Befürwortern, oder DAB Gegnern. Befürworter sehen dieses Jahr den Durchbruch – so wie auch in den letzten Jahren, Gegner sehen DAB nach wie vor als gescheitert an. Ich weiß es nicht.

Hier eine Analyse der DAB-spezifischen Zahlen aus dem Bericht, und ich konzentriere mich dabei auf das Wachstum.

In Summe werden drei verschiedene Werte für die letzten drei Jahre abgefragt und auch veröffentlicht:

1. – Geräteausstattung (= wie viele Geräte sind im Umlauf)

Dabei zeigt sich folgender Zuwachs von 2014 auf 2015; in Klammer 2013 auf 2014

DAB: +1,4 Millionen (+2,2 Millionen)

DAB ist also gewachsen, aber schwächer als zuvor.

2. – Zumindest gelegentlicher Empfang

DAB: +2,9 Prozentpunkte (+2,9 Prozentpunkte)

DAB ist unverändert gewachsen.

3. – Meist genutzte Empfangsart

DAB: +0,7 Prozentpunkte (+0,6 Prozentpunkte)

Auch hier ist DAB unverändert (linear) gewachsen.

Einen vierten Wert bekommt man, wenn man etwas tiefer ins Archiv greift: Auch 2013 gab es einen Digitalisierungsbericht, hier wurde die Zahl der Haushalte mit DAB Empfang ausgewiesen. Im 2015er Bericht fehlt die 2013er Zahl, da ist nur die 2014er und 2015er:

Die Wachstumsraten in der Haushaltsausstattung (Wie viele Haushalte haben DAB) sind damit so:

2014 auf 2015: Plus 2,5 Prozentpunkte, 2013 auf 2014: Plus 3 Prozentpunkte. Das Wachstum ist damit hier leicht rückläufig.

Da die letzten beiden Jahre das Wachstum (DAB freundlich gesehen) in allen vier Werten linear war, kann man es ja auch mal linear extrapolieren: Bis DAB UKW als meist genutzte Empfangsart ablöst, wird es demnach sehr lange dauern – bei allen drei Werten Jahrzehnte.

DAB wächst, aber langsam und zäh, es sieht im Moment nicht danach aus, dass DAB ohne UKW Abschaltung in ökonomisch sinnvoller Zeit der dominante Übertragungsweg wird. Stellt man die DAB Einführung über die Interessen der Sender und der Hörer, kann man natürlich mit einer UKW Abschaltung die DAB Rate steigern. Stellt man die Interessen von Hörern und Sendern an erste Stelle, ist DAB aus heutiger Sicht noch immer kein Geschäft, das in absehbarer Zeit durch Werbung refinanzierbar wird.

Aber das kann sich ja mit dem Digitalisierungsbericht 2016 alles ändern, oder?

Broad(?)cast, DAB

DAB in Großbritannien: Langsames Wachstum

Großbritannien gilt weltweit – gemeinsam mit Norwegen – als das DAB Musterland: Immerhin haben knapp 50% der Haushalte zumindest ein DAB Empfangsgerät; und zwei Drittel aller neuen Autos haben bereits ein DAB Gerät eingebaut.

Soeben ist der jährliche Communications Market Report der Ofcom erschienen –  ein sehr ausführlicher Report über den Status der Kommunikationsbranche in Großbritannien.

Beim Thema DAB (in Großbritannien ohne Plus) zeigt sich ein gemischtes Bild: Einerseits ist das Wachstum beim Geräteverkauf auf Rekordtief, andererseits ist der Anteil von DAB am gesamten Hörvolumen stärker als zuvor gestiegen.

Hier die Zahlen im Einzelnen:

Die Haushaltsausstattung hat (Q1 14 zu Q1 15) auf 49% zugenommen, das ist zwar im Vergleich zu anderen Märkten viel, aber das schwächste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen vor 10 Jahren.

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Abbildung: Jährliches Wachstum der Anzahl der Haushalte mit DAB Gerät, Quelle: Ofcom Communications Market Reports 2006-2015

Das jährliche Wachstum (bezogen auf den Bestand des Vorjahres) lag bis 2009 noch recht hoch, hat aber jedes Jahr abgenommen, und pendelt jetzt um die 5%, aktuell sind es 2,3%.

Demgegenüber ist das DAB-Hörvolumen um immerhin 9,3 Prozent (gemessen am Wert des Vorjahres) auf 25,9 Prozent am gesamten Radiokonsum gestiegen. Das bedeutet aber auch trivialerweise, dass knapp drei Viertel der in Summe konsumierten Radio-Minuten nicht über DAB gehört wurden.

Übrigens: Beachtlich ist in Großbritannien nach wie vor der Umsatz pro Hörer (Unterschiedliche Hörer pro Woche – bei uns entspricht das dem weitesten Hörerkreis) schaue:14,14 Pfund; okay, es ist ein Bruttowert, lass es 10 Pfund Netto sein – dann sind es noch immer um ca. 50% mehr als in Österreich.

Broad(?)cast, DAB

DAB+ braucht viel Frequenzspektrum für wenige Programme

Aus der losen Serie – DAB(+) Mythen und die Wirklichkeit: Spektrale Effizienz. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich die Frage, wie viele Radioprogramme wie viele Megaherz an Bandbreite verbrauchen.

Als Beispiel: Auf UKW in Wien lassen sich 15 Ortssender empfangen, das UKW Band geht von 87,5 MHz bis 108 MHz, macht also 20,5 MHz Bandbreite, ein Programm braucht damit rein rechnerisch 1,36 MHz (technisch wären nur 0,4 MHz notwendig, aber die eher ineffiziente Planung führt zu dieser Verschwendung).

Auf DAB+ bringen wir auf einem Kanal mit der Bandbreite von 1,7 MHz immerhin 16 Programme unter, macht 0,1 MHz pro Kanal; DAB+ ist damit viermal effizienter als UKW.

Soweit die gute Nachricht.

Vergleicht man aber die spektrale Effizienz von DAB mit anderen digitalen Übertragungsverfahren, so schaut die Sache schon anders aus. Digitale Empfangswege lassen sich – in Sachen spektraler Effizienz – einfach durch die übertragenen Bit/s  pro Hz vergleichen: Je mehr Daten ich pro Bandbreite unterbringe, desto effizienter wird es.

DAB erreicht hier einen Wert von 0,34 bis 0,67 bit/s/Hz – wenn Gleichwelle (für größere Sendegebiete) verwendet wird.

DVB-T erreicht ohne Gleichwelle 0,55; mit Gleichwelle typischerweise 2,8 – setzt aber beim mobilen Empfang in der Regel einen Tuner mit zwei Antenneneingängen voraus, hat also höheren Hardwareaufwand. Ist aber bei den meisten Autos, die DVB-T haben, ohnedies so verbaut.

LTE Broadcast (ebenfalls mit Gleichwelle) kommt laut Qualcom auf 2 bit/s/Hz, wäre damit etwa viermal effizienter als DAB – und auf Handys und Tablets empfangbar; auch mobiler Empfang stellt kein Problem dar.

Sollte man sich nicht damit mehr auseinandersetzen? Die EU Kommission hat das bereits getan – und hier einen interessanten Report veröffentlicht.

Fazit: Die Konvergenz von Broadcast und Broadband via LTE wird kommen – und das Window of Opportunity für DAB schließt sich.

Broad(?)cast

Die analoge Zukunft? Brasilien und China wollen mehr UKW.

Das UKW Frequenzband ist in den meisten Ländern ziemlich dicht belegt – neue Stationen können nur schwer den Markteintritt schaffen. Manche schlagen daher DAB+ als Lösung vor, einen spannenden Weg wollen Brasilien und China gehen – sie verlängern einfach (?) das UKW Band.

Es ist die Randnotiz aus einem Protokoll vom September 2014: Bei einem Treffen des RDS* Forums ist folgende Frage aufgetaucht:

„Question about FM Band extension in Brazil and elsewhere: On a question raised by one of the Forum members, the Brazilian regulator ANATEL was contacted, who confirmed the planned extension of the FM band down to 76 MHz. This was in fact agreed already. It was remarked that there will be a problem with RDS then in the range 76-87.5 MHz, with no AF codes being defined for that range. With RDS 2.0 this problem could be solved however. It was also remarked that China plans to use FM radio down to 64 MHz, a matter also to be followed up for RDS 2.0.“

Mal sehen, was daraus wird. Durch das Anstückeln am unteren Ende sollten sich jedenfalls keine Störungen bei bestehenden UKW Empfängern ergeben (Stichwort Spiegelfrequenzen), aber natürlich sind die neuen Frequenzen nur mit neuen Radios zu empfangen – womit sich prinzipiell das gleiche Problem wie bei DAB+ ergibt: Wer kauft ein Radio im Zeitalter von Smartphones und Tablets?

*RDS = Radio Data System, regelt bei UKW unter anderem den Sendernamen im Display, das Umschalten zu anderen Sendern des gleichen Programms und einiges mehr.

Broad(?)cast, DAB

DAB+ lässt die Bayern ziemlich kalt – in einem Jahr 47 mal mehr UKW als DAB+ Radios in Betrieb gegangen

Gerade einmal 18.000 DAB+ Geräte sind in Bayern im letzten Jahr zusätzlich in Betrieb genommen worden, in der gleichen Zeit sind 800.000 analoge Radios hinzugekommen; das zeigt der Vergleich der Funkanalysen Bayern (FAB) für 2014 und 2015.

Denn heute ist die Funkanalyse Bayern 2015 bei den Lokalfunktagen in Nürnberg vorgestellt worden, und das ermöglicht interessante Vergleiche zur Adaption von DAB+.

2015 gibt es 849.000 DAB+ Empfänger in Gebrauch, 2014 waren es 831.000. Ein Zuwachs, der sich wahrscheinlich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite bewegt.

Wie gering der Zuwachs ist, zeigt sich im Vergleich mit den UKW Empfängern: 2014 waren 25,422 Millionen UKW Radios in Gebrauch, 2015 waren es in Bayern 26,279 Millionen, das ist ein Zuwachs von 857.000 Geräten. Dabei werden übrigens UKW/DAB+ Kombi-Empfänger (und das sind praktisch alle DAB+ Radios) nicht mitgerechnet. Für jedes zusätzliche DAB+ Radio wurden 47 zusätzliche UKW Radios in Betrieb genommen.

Damit ist der Gerätemarktanteil von DAB+ bei den in Betrieb befindlichen Radios in Bayern sogar leicht – wohl innerhalb der statistischen Schwankungsbreite – gesunken:

Waren letztes Jahr noch 3,16%* aller Radios DAB+ fähig, so sind es dieses Jahr 3,13%.**

Berechnung: *831/(831+25422)  **849/(849+26279). 

Broad(?)cast, DAB

„DAB rentiert sich nicht in 50 Jahren“: Schweden will UKW jetzt doch nicht mehr abdrehen

Schweden bleibt bei UKW. Das hat die rot-grüne Regierungskoalition in Stockholm diese Woche beschlossen, berichtet der Radioconsulter „Radio Intelligence“.

Zu einem späteren Zeitpunkt sei die Digitalisierung jedoch weiterhin denkbar, so der Artikel weiter. Ursache für die Abkehr von der zwangsweisen DAB Einführung ist ein bereits im März veröffentlichter Bericht  des schwedischen Rechnungshofs, Riksrevisionen (National Audit Office, oder kurz: NAO).

Die Argumente des schwedischen Rechnungshofs sind dabei auch für Österreich spannend, zwei davon im folgenden:

1) Wahrscheinlich wird Internet die Entwicklung bestimmen, DAB+ bleibt eine Inseltechnologie: „According to technical experts there are good reasons to believe that internet-based technology will dominate developments and various technologies will merge. DAB+ technology is, however, a separate system that is not included in this development.“

2) Frequenzökonomie: Der derzeit für UKW verwendete Bereich setzt lange Antennen voraus, und die sind bei Smartphones und Tablets wenig attraktiv, so der Rechnungshof im schwedischen Originalbericht (Seite 62): „Mobilindustrin är knappast intresserad, eftersom antennerna i detta frekvensband är stora och opraktiska för mobila enheter som surfplattor och smarttelefoner.“ (The mobile industry is hardly interested, because the antennas in this band are large and impractical for mobile devices like tablets and smart phones).

Ein kleiner physikalischer Exkurs dazu: Die Länge einer Antenne hängt linear von der Wellenlänge ab; die Wellenlänge ist proportional zum Kehrwert der Frequenz (Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit/Frequenz); ist eine Frequenz 10-mal höher als eine andere, braucht sie eine 10-mal kleinere Antenne. Handys operieren in höheren Frequenzbereichen (ab 800 MHz), brauchen daher 8-mal kleinere Antennen als wenn sie im UKW Bereich operieren würden. Oder anders gesagt: Ein iPhone für das UKW Frequenzband wäre ziemlich unhandlich.

Während es für die digitale Nachnutzung eines abgeschalteten UKW Bandes also kein Szenario gibt, ist das DAB Band (Band III, in Schweden 174-240 MHz) durchaus attraktiv: Nämlich um digitales terrestrisches Fernsehen (DVB, DVB-T2) darin unterzubringen. Damit könnte nämlich das terrestrische Fernsehen wiederum höhere Frequenzen freimachen (um die 700 MHz), und damit wieder neue Frequenzen für den Mobilfunk freigemacht werden, die (weil um die 700 MHz) für Handys und Tablets nutzbar wären.

Zusammengefasst: Band II (87,5-108 MHz) bleibt UKW, DAB (Band III) wird für Fernsehen verwendet und damit werden wieder ein paar UHF Kanäle, die jetzt noch von Fernsehen genutzt werden, frei – und an Mobilfunker versteigert: „Samtidigt kan en del av det nuvarande frekvensutrymmet för digital-tv användas för mobilt bredband.“ (At the same time part of the current frequency space for digital television is used for mobile broadband).

Was bedeutet das für Österreich?

Wenn wir in Österreich den Hörfunk von UKW in DAB verlagern, passiert folgendes: Wir gewinnen 20,5 MHz Bandbreite im UKW Bereich (87,5-108 MHz, auch Band II genannt), und nutzen stattdessen für Hörfunk das Band III – 174 bis 230 MHz. Das sind 56 MHz Bandbreite.

Verwenden wir das Band III für Fernsehen und machen dafür andere, höhere Frequenzen frei (im UHF Band), die jetzt für Fernsehen verwendet werden, können wir im UHF Band 56 MHz frei machen – die dann an Mobilfunker versteigert werden können. Als Anhaltspunkt, was das bringen könnte, das Ergebnis der letzten Versteigerung: Da wurden 72 MHz aus dem TV Spektrum in Österreich um 2 Milliarden Euro an Mobilfunker versteigert, die 56 MHz wären damit gut 1,5 Milliarden Euro wert. Wenn wir DAB machen, und irgendwann UKW abschalten, wird das UKW Band frei, für das es keine Nachnutzungsszenarien – und damit auch keine Erlöse – gibt.

Mit der Einführung von DAB entgehen damit dem Staat (basierend auf der ersten LTE Auktion) 1,5 Milliarden Euro.

Der schwedische Rechnungshof hält jedenfalls fest: „The estimate does not cover all aspects, but indicates that a transition to terrestrial digital radio will entail macroeconomic risks and that it will probably not be cost-effective for the national economy, not even in a 50-year perspective, if the digital radio coordinator’s plan is followed“.