Streaming

Retten Morningshows das Radio?

Wenn Radiomacher Angst vor Spotify und Co. haben, trösten sie sich gerne damit, dass Radio eben deutlich mehr sei als Musik. Wetter, Verkehr, Moderation – und vor allem die Morningshows seien es, die den Hörer gegen Pure-Streamer (wie Pandora oder eben Spotify) immunisieren sollen.

Ist dieses Argument empirisch belegbar? Tritondigital veröffentlicht jedes Monat seinen TOP 20 Ranker, quasi die ip-Mediaanalyse in den USA. Im März sieht es dabei folgendermaßen aus:

Gemessen in AAS (durchschnittliche Zahl der Streams mit mehr als einer Minute Länge) liegt Pandora werktags 6-20 Uhr mit 2.442.227 in Führung, das vor allem durch Simulcasts terrestrischer Stationen getragene iHeart Media kommt auf 364.180, iHeart erreicht damit knapp 15% von Pandora.

Zwischen 6 Uhr und 12 Uhr (also im Bereich, in den auch Morningshows fallen) steht es 2.102.656 zu 262.868, IHeart erreicht hier 12,5% von Pandora. Sicherlich: Morningshows sind meist um 10 Uhr zu Ende, und die Zahlen gelten für Montag-Sonntag – dennoch: Falls Morningshows gegenüber Pure-Streamern eine bessere Nutzung hätten, sollte Pandora hier weniger stark vorne liegen als im Tagesschnitt.

Empirisch lässt sich somit nicht belegen, dass Morningshows das Broadcast-Radio vor der Stream-Abwanderung schützen. Möglich bleibt es dennoch – den der Anteil einer Morningshow am Erfolg eines Senders ist nicht nur an den punktuellen Reichweiten, sondern auch am Anteil am Gesamtimage zu messen.

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